Ausleitende Verfahren

 

Als der Mensch begann, sich seines Körpers bewusst zu werden und über sich selbst nachzudenken, versuchte er, das, was ihn bedrückte- das Üble-, aus sich herauszuschaffen.

In unserer Zeit der Überfülle und -völle sind sehr viele Ungleichgewichte im Organismus darauf zurückzuführen, dass der Körper „übervoll“ ist. Die eigene Ausscheidungskapazität des Körpers ist behindert und die Selbstregulation überfordert oder unzureichend vorhanden. In diesen Fällen ist eine Ausleitung angebracht.

Der Körper kann mit einfachen Mitteln unterstützt werden: den Meisten bekannt sein werden das Schwitzen in der Sauna, Kneipp-Anwendungen, Trockenbürsten, Wickel, schweisstreibende Tee’s und der Einsatz von Nahrungsmitteln und Basenpulver.

Ich stelle Ihnen hier zwei zusätzliche Methoden vor, welche ich in meiner Praxis anbiete.

Schröpfen

Der erste gut belegte Einsatz von Schröpfköpfen wurde 3300 v. Chr. in Mesopotamien beschrieben.

Das Schröpfen aktiviert Reflexzonen am Rücken, Bauch und Beinen um lokal, sowie auf innere Organe und Ogansysteme einzuwirken. Durch abtasten des Rückens können Veränderungen des Gewebes festgestellt werden, welche Hinweise zu Prozessen im Körper liefern können.

Mittels dem Schröpfkopf wird auf der Haut ein Vakuum erzeugt. Die erzeugte Sogwirkung verbessert lokal die Durchblutung der Haut und des Bindegewebes, der Stoffwechsel wird aktiviert und Abbauprodukte des Körpers zur Ausscheidung gebracht (lokale Lymphdrainage). Durch die kutiviszerale Reflexwirkung werden die Organe stimuliert und auch dort die Stoffwechsellage und Durchblutung verbessert. Somit kann das Schröpfen bei vielen Beschwerden Linderung bringen.

Die Schröpfgläser verbleiben für 10-20 min. auf einer bestimmen Hautstelle oder aber es wird eine Schröpfmassage ausgeführt. Dabei wird ein Schröpfglas mit etwas Sog über die Haut gezogen um die „verklebten“ Hautschichten voneinander zu lösen.

Anwendungsmöglichkeiten:

  • entzündliche Erkrankungen wie Erkältungen, Bronchitis,
    Mandelentzündungen
  • Rückenschmerzen, chronische Muskelverspannungen
  • Kopfschmerzen
  • rheumatische Beschwerden (Gelenkschmerzen)
  • Erkrankungen innerer Organe
  • Durchblututnsstörungen

Baunscheidtieren

Die Methode des baunscheidtierens, wie wir sie heute kennen, wurde von Carl Baunscheidt um das jahre 1840 entwickelt. Es ist bekannt, dass schon früher Anwendungen mit ähnlicher Wirkung gekannt und eingesetzt wurden.

Mit dem sogenannten Lebenswecker, einem Gerät mit einem 20 Rp. grossen Metallplättchen mit 30 angebrachten Nadeln, wird die Haut oberflächlich eingestochen. Danach wird ein spezielles Baunscheidt-Öl aufgetragen und verrieben. Es resultiert dadurch eine gewünschte Quaddelbildung, eine lokal herbeigeführte abakterielle Entzündung. Die Quaddeln jucken meist für ca. 20 Minuten wie bei Kontakt mit Brennesseln.

Die Wirkung zeigt eine lokale und reflektorische Durchblutungssteigerung, der Lymphfluss wird lokal gefördert, die Abwehrreaktion gesteigert und Schmerzen sowie chronische Entzündungen werden gehemmt (durch aktivierte Stoffwechselprozesse im Gewebe).

Anwendungsmöglichkeiten:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Abwehrschwäche
  • Verdauungsstörungen
  • Kreislaufschwäche

Das Ziel der Ausleitung besteht in der Entlastung des Organismus, sowie der Anregung und Wiederherstellung der Selbstregulation. Die körpereigenen Ausscheidungsorgane werden immer auch miteinbezogen und wo nötig mittels Phytotherapeutika mitbehandelt.